Wegner entschuldigt sich für Berlins Stromausfall-Krisenmanagement im Januar
Claudia FischerWegner entschuldigt sich für Berlins Stromausfall-Krisenmanagement im Januar
Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich im Abgeordnetenhaus für sein Krisenmanagement während des mehrtägigen Stromausfalls Anfang Januar entschuldigt. Der Großausfall, der tausende Haushalte ohne Elektrizität zurückließ, konnte zwar früher als erwartet behoben werden – doch erst nach intensiver Abstimmung zwischen Behörden und Rettungskräften.
Der Blackout begann an einem Morgen, als Wegner sich zu Hause aufhielt. Um 8:07 Uhr erreichte ihn die erste Warnmeldung, während er am Frühstückstisch saß – übermittelt vom Innensenator. Den gesamten Tag über blieb er in seiner Wohnung, unterbrochen nur von einer einstündigen Sporteinheit.
Noch mittags war die Lage unübersichtlich: Um 12:07 Uhr erhielt Wegner einen Bericht der Wirtschaftssenatorin, wonach die Dauer der Stromwiederherstellung weiterhin unklar war. Bereits 38 Minuten später, um 12:45 Uhr, sprach er persönlich mit der Senatorin, um das Ausmaß der Störung einzuschätzen.
Am Nachmittag warnte der Netzbetreiber Stromnetz Berlin in einer Stellungnahme, der Ausfall könnte sich bis Donnerstag hinziehen. Trotz der düsteren Prognose koordinierte Wegner die Maßnahmen mit zahlreichen Akteuren – von den Bezirken über Hilfsorganisationen, Stromnetz Berlin, Polizei und Feuerwehr bis hin zur Bundeswehr. Zudem unterbrach er seine Teilnahme an der Ost-Ministerpräsidentenkonferenz, um sich im Abgeordnetenhaus den Abgeordneten zu stellen.
Dank des gemeinsamen Einsatzes aller Beteiligten endete die Krise schließlich eineinhalb Tage früher als befürchtet. Wegners Entschuldigung im Parlament setzte den offiziellen Schlussstrich unter den Vorfall. Zwar dauerte der Blackout kürzer als zunächst angenommen, doch die Ereignisse offenbarten Kommunikationslücken und Schwächen im Krisenmanagement. Die Verantwortlichen haben die Abläufe inzwischen überprüft, um künftig besser auf solche Szenarien vorbereitet zu sein.






