25 March 2026, 10:06

Zwei Jahre nach Solinger Brandanschlag: Betroffene kämpfen um Entschädigung und Gerechtigkeit

Amerikanischer Feuerwehrmann trägt eine Frau auf den Armen, im Hintergrund brennt ein Feuer und ein Tuch hängt an der linken Seite, unten steht der Text "Der amerikanische Feuerwehrmann, schnell zur Stelle."

Zwei Jahre nach Solinger Brandanschlag: Betroffene kämpfen um Entschädigung und Gerechtigkeit

Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag in Solingen warten Überlebende und Angehörige der Opfer noch immer auf Entschädigungszahlungen. An diesem Wochenende findet ein Gedenkmarsch statt, der an den zweiten Jahrestag des Feuers erinnert, bei dem eine junge vierköpfige Familie ums Leben kam. Die Veranstaltung steht unter dem Schatten juristischer Hürden, die finanzielle Unterstützung für die Betroffenen verzögern.

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Am 17. Mai 2024 hatte Daniel S., damals 39 Jahre alt, ein Wohnhaus in der Grünewalder Straße in Brand gesteckt. Bei dem Feuer kam eine vierköpfige Familie in den Flammen ums Leben. Ein Paar mit seinem Kleinkind konnte sich durch einen Sprung aus dem dritten Stock retten, erlitt dabei jedoch schwere Verletzungen.

2025 verurteilte das Landgericht Wuppertal Daniel S. zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Die Ermittler fanden keine Hinweise auf rassistische oder rechtsextreme Motive hinter der Tat. Ohne Nachweis von Staatsfeindlichkeit, Antisemitismus oder Rassismus gestaltet sich die Beantragung von Entschädigungen beim Bundesamt für Justiz jedoch schwierig.

Die Eltern der verstorbenen Familie müssen nun einen Schockschaden – also ein psychisches Trauma – nachweisen, um Anspruch auf Leistungen nach dem deutschen Opferentschädigungsgesetz zu haben. Auch das Paar, das mit seinem Kind aus dem Fenster sprang, könnte Unterstützung erhalten, doch die Verzögerungen lassen sie weiterhin ohne finanzielle Mittel zurück. Rund 100 Menschen werden zum Gedenkmarsch vom Stadtzentrum zum ausgebrannten Haus erwartet.

Die Gedenkveranstaltung soll der Opfer gedenken, doch viele Betroffene kämpfen weiterhin mit finanziellen und rechtlichen Problemen. Die Entschädigungsansprüche sind noch immer ungelöst, während Überlebende und Angehörige sich durch komplexe bürokratische Auflagen kämpfen müssen. Der Jahrestag erinnert an die anhaltenden Folgen des Anschlags für die Gemeinschaft.

Quelle