23 May 2026, 18:05

Antifeministische Angriffe nehmen zu: Gleichstellungsbeauftragte schlagen Alarm

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Antifeministische Angriffe nehmen zu: Gleichstellungsbeauftragte schlagen Alarm

Antifeminismus breitet sich als organisierte politische Bewegung in Deutschland aus

Diese Woche trafen sich Gleichstellungsbeauftragte in Lübeck, um über Strategien gegen die wachsende Gegenbewegung zu beraten. Ihr Treffen fand statt, während neue Zahlen einen deutlichen Anstieg von Angriffen auf feministische Initiativen und Infrastruktur zeigen.

Der Kongress der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) in Lübeck stand unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ und unterstrich damit die bevorstehenden Herausforderungen. Rund 70 Gleichstellungsbeauftragte tauschten Erfahrungen aus und knüpften Netzwerke, um sich gegenseitig zu unterstützen. Viele berichteten von wiederholter Feindseligkeit: 63 Prozent gaben an, direkte Angriffe auf ihre Arbeit erlebt zu haben, 40 Prozent verzeichneten in den letzten zwei Jahren sogar mehrere Vorfälle.

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Zielscheibe: Symbole der Gleichberechtigung Vandalen richteten sich insbesondere gegen Symbole der Geschlechtergerechtigkeit, etwa die orangen Bänke, die im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World“ aufgestellt wurden. In Osnabrück wurde eine Bank mit Hakenkreuzen und Parolen beschmiert, in Wiesbaden eine komplett gestohlen. In Annweiler veränderten Unbekannte den ursprünglichen Aufruf gegen Gewalt so, dass er Gewalt gegen Frauen verherrlichte.

Doch die Bedrohungen gehen über Sachbeschädigung hinaus. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg berichtete, dass Rechtsextreme nach einem öffentlichen Statement zu einem umstrittenen Thema vor ihrer Haustür aufgetaucht seien. Andere erhalten Todesdrohungen, sehen ihre Budgets gekürzt oder fühlen sich von ihren Institutionen im Stich gelassen. Auch die politische Rückendeckung schwindet: Die Bundesfrauenministerin sagte ihren geplanten Auftritt beim Kongress kurzfristig ab.

Besorgniserregende Zahlen Die Meldestelle Antifeminismus dokumentierte allein 2024 bereits 558 antifeministische Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche.

Der Lübecker Kongress endete mit Appellen an mehr Solidarität und Ressourcen, um antifeministischen Angriffen entgegenzutreten. Die Gleichstellungsbeauftragten stehen vor einer doppelten Aufgabe: Sie müssen ihre Arbeit verteidigen und gleichzeitig um politische und öffentliche Unterstützung kämpfen. Die steigende Zahl der Vorfälle deutet darauf hin, dass das Thema in den kommenden Monaten noch stärker in den Fokus rücken wird.

Quelle