23 May 2026, 20:07

Erlangen verbietet Partyschlager auf der Bergkirchweih – Streit um Zensur oder Sicherheit

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Erlangen verbietet Partyschlager auf der Bergkirchweih – Streit um Zensur oder Sicherheit

Die Stadtverwaltung Erlangen hat für das diesjährige Bergkirchweih-Volksfest eine Liste klassischer Partyschlager verboten. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die angab, auf früheren Veranstaltungen belästigt worden zu sein und sich durch die gespielten Songtexte unwohl gefühlt zu haben. Rund eine Million Besucher werden zum Fest erwartet, das die Verantwortlichen nun „diskriminierungsfrei“ gestalten wollen.

Der Anstoß kam, nachdem eine Frau berichtet hatte, auf einem früheren Fest von aggressiven Männern „begrapscht“ worden zu sein. Zudem kritisierte sie die gespielten Lieder als unangemessen. Daraufhin prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, eine Liste „problematischer Partysongs“.

Auf der schwarzen Liste stehen unter anderem Titel von Mickie Krause und Peter Wackel sowie der Kult-Hit Skandal im Sperrbezirk. Wackel, dessen Song Joana die Zeile Du geile Sau enthält, argumentierte, viele Künstler hätten mittlerweile „null Bock“, in Deutschland aufzutreten – wegen solcher Einschränkungen. Jürgen Thurnau, Frontmann der Spider Murphy Gang, ging noch weiter und verglich die Situation mit der Zensur in der DDR.

Der Stadtrat hatte bereits 2021 Position bezogen und Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ auf der Bergkirchweih verurteilt. Diesmal fordert die Verwaltung Wirte auf, die verbotenen Titel nicht zu spielen. Viele Gastwirte reagieren jedoch skeptisch auf die neuen Vorgaben.

Das Bergkirchweih-Fest, eines der größten Deutschlands, lockt normalerweise bis zu eine Million Besucher an. Die Organisatoren betonen, es gehe darum, eine sicherere und inklusivere Atmosphäre für alle Gäste zu schaffen.

Von dem Verbot betroffen sind bekannte Partystücke, wobei einige Künstler die Beschränkungen als übertrieben kritisieren. Gastwirte zweifeln indes daran, die neuen Regeln durchsetzen zu können. Die Stadt hingegen hält die Änderungen für notwendig, um Diskriminierung zu verhindern und die Sicherheit auf dem Fest zu erhöhen.

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