22 March 2026, 02:06

BP verkauft deutsche Raffinerie und senkt Kosten angesichts Rekord-Ölpreisen über 112 Dollar

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft deutsche Raffinerie und senkt Kosten angesichts Rekord-Ölpreisen über 112 Dollar

BP treibt angesichts der stark gestiegenen Ölpreise von über 112 Dollar pro Barrel massive Kostensenkungen und Vermögensverkäufe voran. Das Unternehmen hat sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar bis 2027 angehoben, um die Liquidität nachhaltig zu stärken. Gleichzeitig stößt es sich von wichtigen Vermögenswerten los – darunter eine große deutsche Raffinerie.

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Der jüngste Anstieg des Brent-Ölpreises auf rund 112 Dollar pro Barrel folgt auf schwere Blockaden in der Straße von Hormus. Fast 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggastransporte wurden unterbrochen, was die Lieferketten unter Druck setzt. Als Reaktion darauf erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, die es ausländischen Schiffen ermöglicht, Waren zwischen US-Häfen zu transportieren und so logistische Engpässe zu mildern.

BP beschleunigt seine interne Umstrukturierung, um von den hohen Ölpreisen zu profitieren. Das Unternehmen hat sein Ziel für strukturelle Kostensenkungen bis 2027 erhöht, um seine finanzielle Position zu festigen. Parallel dazu plant es, bis zu diesem Zeitpunkt Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden Dollar zu veräußern – wobei bereits über 11 Milliarden Dollar gesichert sind.

Einer der größten Verkäufe betrifft die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen, die an die Klesch Group geht. Die Anlage verarbeitet jährlich 12 Millionen Tonnen Öl und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter, die alle zum neuen Eigentümer wechseln werden. Analysten der HSBC stuften BP nach dem Deal von "Reduzieren" auf "Halten" hoch und wiesen darauf hin, dass das Unternehmen dadurch bis zu 1,7 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten loswerden könnte.

Unterdessen führten Tarifstreitigkeiten in der BP-Raffinerie Whiting im Bundesstaat Indiana zu einer Aussperrung von etwa 800 gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern. Trotz der Auseinandersetzung betonte die Unternehmensführung, dass es voraussichtlich nicht zu größeren Produktionsausfällen kommen werde.

BP reagiert mit diesen Schritten auf die volatile Öllage und strafft seine Finanzstrategie. Der Verkauf der Gelsenkirchen-Raffinerie und die laufenden Sparmaßnahmen werden die Geschäftsaktivitäten des Konzerns neu prägen. Angesichts hoher Ölpreise und der angespannten Lieferketten dürften die Umstrukturierungsbemühungen eine zentrale Rolle für die künftige Performance des Unternehmens spielen.

Quelle