Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck die Demokratie zerstörte
Clara BraunIn der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck die Demokratie zerstörte
Jedes Jahr begehen die Deutschen den "Tag von Potsdam" mit einer feierlichen Gedenkveranstaltung in der Garnisonkirche. Dieses Datum, der 21. März 1933, gilt weithin als der Moment, in dem das "Dritte Reich" seinen Anfang nahm. Das prägendste Bild dieses Tages bleibt der Händedruck zwischen Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg vor der Kirche selbst.
An jenem Tag im Jahr 1933 trafen sich der neu ernannte Reichskanzler Hitler und der alternde Präsident Hindenburg in der Garnisonkirche. Ihr öffentlicher Händedruck wurde zu einem mächtigen Symbol für den Übergang von der Weimarer Republik in die NS-Diktatur. Die Zeremonie war sorgfältig inszeniert, um Einheit und Legitimität für das neue Regime zu vermitteln.
Die Garnisonkirche selbst entwickelte sich später zu einem umstrittenen Ort. 1968 von den DDR-Behörden zerstört, lag sie jahrzehntelang in Trümmern. Erst in den 2000er-Jahren begannen Wiederaufbauversuche, angestoßen durch eine Initiative des evangelischen Bischofs Wolfgang Huber im Jahr 2004. Das Projekt "Aufruf aus Potsdam" sollte das Gebäude wiederherstellen, stieß jedoch auf heftigen Widerstand. Kritiker warnten, der Wiederaufbau könne eine Stätte verherrlichen, die eng mit dem Aufstieg des NS-Regimes verbunden sei.
Trotz der Kontroversen steht die Kirche heute wieder. Doch ihre Geschichte bleibt untrennbar mit den Ereignissen des 21. März 1933 verknüpft – einem Tag, der Deutschlands Zukunft für immer veränderte.
Der Wiederaufbau der Garnisonkirche hat die Debatten über Erinnerung und Verantwortung neu entfacht. Die jährlichen Gedenkveranstaltungen am Ort erinnern weiterhin an ihre Rolle beim Übergang in die Diktatur. Für viele sind das Gebäude und der "Tag von Potsdam" eine eindringliche Mahnung, wie zerbrechlich die Demokratie sein kann.






