Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Claudia FischerDeutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Deutsche Bank und British International Investment starten 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsprogramm für Afrika
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar ins Leben zu rufen. Die Initiative zielt darauf ab, das Handelsfinanzierungsdefizit Afrikas zu verringern, das derzeit auf jährlich rund 100 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Im Mittelpunkt des Programms stehen kleinere Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda.
Das neue Programm funktioniert nach dem Prinzip einer unfundierten Risikobeteiligung. Die BII übernimmt dabei die Rolle eines finanziellen Auffangnetzes und deckt mögliche Verluste für die lokalen Partnerinstitute der Deutschen Bank ab. Diese Struktur soll die Liquiditätsengpässe in Regionen mildern, in denen Handelsfinanzierungen weiterhin Mangelware sind.
Dies ist die erste offizielle Partnerschaft zwischen der Deutschen Bank und der BII. Die Zusammenarbeit entsteht zu einer Zeit, in der viele internationale Banken ihr Afrika-Geschäft zurückfahren. In den vergangenen fünf Jahren haben mindestens 15 große Kreditgeber – darunter Standard Chartered, Barclays, HSBC und Citigroup – ihre Aktivitäten auf dem Kontinent reduziert oder sich vollständig zurückgezogen, insbesondere in Nigeria, Südafrika, Kenia und Ghana.
Unterdessen hat die Deutsche Bank auch einen Wechsel in der Führungsetage bekannt gegeben: Gerald Podobnik übernimmt als neuer Co-Leiter die globale Unternehmenssparte der Bank und löst damit Ole Matthiessen ab. Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm soll dringend benötigte Unterstützung für unterversorgte afrikanische Märkte bieten. Durch die Risikoteilung mit der BII will die Deutsche Bank die Verfügbarkeit von Handelsfinanzierungen in Ländern erhöhen, die mit Liquiditätsengpässen kämpfen. Die Partnerschaft unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, strukturelle Lücken im Finanzsektor des Kontinents zu schließen.