Deutsche Logistikbranche kämpft mit Insolvenzwelle und steigenden Kosten
Claudia FischerDeutsche Logistikbranche kämpft mit Insolvenzwelle und steigenden Kosten
Deutscher Transport- und Logistiksektor unter wachsendem Finanzdruck
Die Transport- und Logistikbranche in Deutschland kämpft mit zunehmender finanzieller Belastung. Immer mehr Unternehmen haben mit schmalen Margen, steigenden Kosten und verzögerten Zahlungseingängen von Kunden zu kämpfen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Insolvenzzahlen steigen – besonders betroffen sind kleine und mittlere Betriebe.
Allein im vergangenen Jahr meldeten 469 Logistikunternehmen in Deutschland Insolvenz an – ein Anstieg um 5,6 Prozent im Vergleich zu 2024. Darunter befanden sich 19 Firmen mit Jahresumsätzen von über 10 Millionen Euro. Die ersten Monate des Jahres 2025 verzeichneten sogar noch mehr Zahlungsausfälle, die über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen.
Viele Unternehmen zahlen Kraftstoff im Voraus, müssen aber bis zu 60 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch Kunden warten. Steigende Dieselpreise und hohe Vorfinanzierungskosten belasten die Liquidität. Bei Gewinnmargen, die oft unter drei Prozent liegen, führen selbst kleine Kostenerhöhungen zu erheblichen Problemen.
Hinzu kommen ein Mangel an Fahrpersonal, der Konkurrenzdruck durch osteuropäische Anbieter und die Notwendigkeit kostspieliger digitaler Modernisierungen. Die Ausgaben für Löhne und Energie steigen weiter und treiben manche Betriebe an den Rand des Ruins. Laut dem Kreditversicherer Atradius ist mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Transportunternehmen gefährdet.
Auch die Verbraucher könnten bald die Folgen spüren: Höhere Energiekosten könnten die Preise in die Höhe treiben – insbesondere bei Lebensmitteln, die kurzfristig um bis zu zehn Prozent teurer werden könnten.
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Logistikbranche bleibt angespannt. Schmale Margen, verzögerte Zahlungen und steigende Betriebskosten zwingen immer mehr Unternehmen in die Insolvenz. Ohne Entlastung drohen in den kommenden Monaten weitere Betriebsschließungen und Preiserhöhungen für Verbraucher.






