Emmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Abendbusse drohen zu entfallen
Mila KleinEmmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Abendbusse drohen zu entfallen
Der Landkreis Emmendingen hat Sparpläne für den örtlichen Nahverkehr vorgelegt. Steigende Betriebskosten belasten den Haushalt, sodass die Verantwortlichen nun Kürzungen prüfen. Die Vorschläge sollen das Serviceangebot mit den finanziellen Spielräumen in Einklang bringen.
Die Ausgaben für den öffentlichen Verkehr liegen mittlerweile deutlich über den ursprünglichen Prognosen – trotz jüngster Ausweitungen des Angebots. Um die Haushaltslage zu entlasten, schlägt die Verwaltung vor, Verträge für Abendbusse auf Entwicklungsstrecken zu kündigen. Dadurch ließen sich jährlich rund 100.000 Euro einsparen, allerdings müssten Gemeinden wie Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim dann mit eingeschränkten Abendverbindungen auskommen.
Die Kommunen stehen nun vor der Entscheidung: Entweder sie finanzieren die Abendfahrten selbst weiter oder akzeptieren, dass diese bereits ab 20 Uhr entfallen. Ein diskutiertes Mobilitätsticket zur Einnahmensteigerung wurde wegen hoher Verwaltungskosten und rechtlicher Bedenken verworfen. Drastischere Maßnahmen – wie die komplette Streichung aller Buslinien nach 22 Uhr oder die Reduzierung taktverdichteter Verbindungen – wurden vorerst nicht weiterverfolgt.
Trotz der Einsparungen wird der Landkreis 2026 weiterhin etwa 9 Millionen Euro für den Nahverkehr und den Schülertransport bereitstellen. Durch eine effizientere Gestaltung von Schul- und Linienbusverkehren sollen bis 2027 zusätzlich rund 200.000 Euro eingespart werden. Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Pläne am 29. Juni beraten, die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 20. Juli. Eine Verkehrsuntersuchung 2027 soll dann weitere Anpassungen für 2028 vorbereiten.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, Kosten zu senken, ohne das Grundangebot zu gefährden. Die Kommunen müssen sich bis Mitte Juli zur Finanzierung der Abendbusse äußern. Der Landkreis will die Haushalte vorerst ohne tiefgreifendere Kürzungen stabilisieren.
