FDP-Streit eskaliert nach Hagen-Interview mit Junger Freiheit – wer hat recht?
Clara BraunFDP-Streit eskaliert nach Hagen-Interview mit Junger Freiheit – wer hat recht?
In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist eine Debatte entbrannt, ausgelöst durch ein Interview, das ihr Generalsekretär der rechtsextremen Publikation Junge Freiheit gegeben hat. Die Diskussion stößt sowohl bei Parteimitgliedern als auch bei externen Beobachtern auf Kritik.
FDP-Generalsekretär Martin Hagen verteidigte seine Entscheidung, mit der Jungen Freiheit zu sprechen. Er argumentierte, das Medium sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Hagen betonte zudem die Bedeutung gesellschaftlicher Debatten und warnte, dass die Vermeidung von Kontroversen die Demokratie selbst gefährde.
Schnelle Kritik kam von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemaliger Bundesjustizministerin und linksliberaler FDP-Politikerin. Sie warnte, der Dialog mit der Jungen Freiheit berge die Gefahr, die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) zu normalisieren. Hagen hingegen schloss jede Zusammenarbeit mit der AfD aus und bezeichnete sie als von ethnonationalistischen und antiwestlichen Ideologen dominiert.
Innerhalb der Partei fand Hagens Schritt auch Unterstützung. Die Vorstandsmitglied Susanne Seehofer lobte das Interview und betonte die Notwendigkeit, über politische Echokammern hinaus in den Austausch zu treten. Unterdessen zog sich die Philosophin und ehemalige Staatssekretärin Sabine Döring aus einer Podiumsdiskussion zurück – aus Protest gegen die Wahl des Forums. Auch Der Spiegel meldete sich zu Wort und bezeichnete das Interview als Bruch einer „journalistischen Brandmauer“.
Die Kontroverse offenbart tiefe Gräben innerhalb der FDP über den Umgang mit rechtsextremen Medien. Hagens Interview hat sowohl scharfe Verurteilung als auch Zustimmung ausgelöst und spiegelt die größeren Spannungen wider, die in Deutschland über den politischen Diskurs herrschen.
