Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Nina MüllerHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Schritt für die Zeitung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie als erste Frau in den Verlagsrat einziehen. Ihre Berufung unterstreicht die fortschreitende ideologische Neuausrichtung des Blattes.
Bubrowski arbeitet seit 2013 für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. In ihren Reportagen setzte sie Schwerpunkte auf Rechtspolitik und die Grünen, deren Aufstieg sie oft als Prozess der „Professionalisierung“ und „Reifung“ beschrieb. 2023 erhielt sie für ihren Essay Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde den Theodor-Wolff-Preis.
Der Verlagsrat der FAZ besteht aus vier Mitverlegern, die sich die Verantwortung teilen und verschiedene Ressorts leiten. Bubrowski wird sich Carsten Knop und Jürgen Kaube anschließen und damit eine Mehrheit bilden, die seit Jahren die traditionell konservative Linie der Zeitung umformt. Diese schrittweise Öffnung hin zur gemäßigteren Linken – ein Wandel, der intern als VerTAZung bezeichnet wird – begann nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014.
Ihre Beförderung spiegelt tiefgreifendere Veränderungen innerhalb der Redaktion wider. Die FAZ, einst bekannt für ihre eher rechte Grundhaltung, vertritt unter der aktuellen Führung zunehmend progressivere Positionen.
Mit Bubrowskis Eintritt festigt sich der Einfluss des Verlagsrats auf die Ausrichtung der Zeitung. Die Hinwendung zur gemäßigteren Linken gewinnt nun deutlich an Fahrt. Als erste Frau in dieser Funktion schreibt sie zudem ein neues Kapitel in der 75-jährigen Geschichte des Blattes.






