Innenminister vertagen Entscheidung zu Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien
Claudia FischerInnenminister vertagen Entscheidung zu Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien
Die Innenministerkonferenz hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Diese Entscheidung fällt trotz der jüngsten Vorfälle beim DFB-Pokalfinale im Mai. Das Problem der Pyrotechnik, das als eine der größten Sicherheitsherausforderungen gilt, bleibt weiterhin ungelöst und soll im Laufe dieses Jahres erneut beraten werden.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisierte den mangelnden Fortschritt bei der Bekämpfung von Fußballgewalt. Zudem machte er den Schiedsrichter dafür verantwortlich, das DFB-Pokalfinale nach den Ausschreitungen nicht unterbrochen zu haben.
Reul forderte strengere Kontrollen von den Vereinen, darunter Durchsuchungen in den Ultra-Fanblöcken und einen Ausbau der Videoüberwachung. Bisherige Geldstrafen gegen Pyrotechnik haben sich jedoch als wirkungslos erwiesen, und Tests mit Pyrotechnik-Detektoren brachten bislang keine brauchbaren Ergebnisse.
Ein Entwurf der Arbeitsgruppe spricht lediglich von einem „konstruktiven Austausch über die Ahndung von Verstößen“. Ursprünglich war erwartet worden, dass die Konferenz eine verschärfte Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorschlagen würde. Stattdessen wurde die Angelegenheit nun auf die Herbstkonferenz vertagt.
Die Innenministerkonferenz hat damit eine Entscheidung zu Pyrotechnik und Gewalt in Stadien aufgeschoben. Die Vereine könnten unter Druck geraten, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Die Diskussion wird in einer späteren Sitzung fortgesetzt, während die aktuellen Regelungen vorerst unverändert bleiben.






