Klimaökonom Edenhofer warnt: Sprit-Subventionen verschärfen die Energiekrise nur
Claudia FischerKlimaökonom Edenhofer warnt: Sprit-Subventionen verschärfen die Energiekrise nur
Ein führender Klimaökonom hat Regierungspläne scharf kritisiert, mit Treibstoffsubventionen auf die steigenden Energiepreise zu reagieren. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), argumentiert, dass solche Maßnahmen das Problem verschärfen statt es zu lösen. Stattdessen fordert er gezielte finanzielle Unterstützung für die am stärksten von den hohen Preisen betroffenen Haushalte.
Edenhofer verweist auf frühere Krisen, um einen besseren Weg aufzuzeigen. In den 1970er-Jahren hätten Regierungen auf Ölknappheit nicht mit Preissenkungen, sondern mit Energiesparmaßnahmen reagiert. Seiner Meinung nach hätten Politiker seit Jahren klar machen müssen, dass die Verringerung des Öl- und Gasverbrauchs der Schlüssel zur Energiesicherheit ist.
Subventionen für Sprit, warnt er, würden die Nachfrage weiter anheizen – mit der Folge, dass die Preise noch stärker steigen und vor allem ausländische Exporteure profitieren. Stattdessen schlägt er direkte Zahlungen an einkommensschwache Haushalte vor, um die Belastung zu mindern, ohne den Markt zu verzerren.
Langfristig betont Edenhofer, dass Europa seine Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas verringern müsse. Eine geringere Nachfrage würde der Region mehr Einfluss auf die globalen Preise verschaffen. Für ihn ist dies sowohl kluger Klimaschutz als auch ein strategisch wichtiger geopolitischer Schritt.
Die Debatte über Treibstoffsubventionen entzündet sich vor dem Hintergrund weiter steigender Energiekosten. Edenhofers Vorschläge zielen darauf ab, sozial Schwache zu schützen, ohne Maßnahmen zu ergreifen, die die Krise verschlimmern könnten. Sein zentrales Argument: Eine nachhaltige Senkung der Nachfrage sei der wirksamste Weg, um die Preise zu stabilisieren und die Energieunabhängigkeit zu stärken.






