Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und spaltet damit die Stadt
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Der Plan, der noch in diesem Jahr in Kraft treten soll, stößt auf scharfe Kritik von Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin. Sie argumentiert, dass ein solcher Schritt den Charakter des Wahrzeichens verändern und den Zugang auf wohlhabendere Touristen beschränken könnte.
Die Kathedrale, die jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, ist derzeit kostenlos zugänglich. Berühmt für die Reliquien der Heiligen Drei Könige, gilt sie als zentrales Symbol Kölns. Die zuständigen Stellen haben die Höhe der Gebühr noch nicht endgültig festgesetzt, planen jedoch, sie in der zweiten Jahreshälfte 2024 einzuführen.
Schock-Werner bezeichnete den Vorschlag als "sehr problematisch" und warnte, er könnte Besucher abschrecken und die Rolle des Doms im städtischen Leben untergraben. Zwar erkannte sie den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, betonte jedoch, dass eine Eintrittsgebühr diejenigen ausschließen könnte, die sie sich nicht leisten können.
Die öffentliche Reaktion fällt gespalten aus. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 52 Prozent der Kölner die Gebühr ablehnen, während 48 Prozent sie je nach Höhe in Betracht ziehen würden. In sozialen Medien reichen die Reaktionen von Empörung – mit Vergleichen zu ausländischen Kathedralen, die bereits Eintritt verlangen – bis hin zu Unterstützung für die Maßnahme als notwendigen Schritt. Als Kompromissvorschläge werden kostenloser Eintritt am ersten Donnerstag jedes Monats für Anwohner, lebenslange Freikarten für in Köln Geborene sowie spezielle Aktionstage mit freiem Zugang für bestimmte Gruppen diskutiert.
Die geplante Gebühr soll Finanzierungslücken schließen, hat jedoch eine Debatte über Zugänglichkeit und Tradition ausgelöst. Sollte sie eingeführt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel für die 140 Jahre alte Kathedrale. Die Verantwortlichen müssen nun die finanziellen Erfordernisse mit den Bedenken von Anwohnern und Denkmalschutzexperten in Einklang bringen.