Landkreis ändert Altkleider-Sammlung wegen Recycling-Krise radikal um
Clara BraunLandkreis ändert Altkleider-Sammlung wegen Recycling-Krise radikal um
Landkreis Schmalkalden-Meiningen ändert Alttextil-Sammlung
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen stellt die Sammlung von Alttextilien um. Hintergrund sind erhebliche Störungen auf dem Textilrecycling-Markt, darunter steigende Kosten und ein Einbruch der Nachfrage nach Secondhand-Kleidung. Im Rahmen der Neuregelung werden weniger Sammelcontainer aufgestellt; stattdessen konzentriert sich die Abgabe auf zentrale, betreute Annahmestellen.
Bisher sammelte der Landkreis jährlich rund 300 Tonnen Alttextilien ein. Die Einnahmen aus diesen Sammlungen halfen, die Abfallgebühren stabil zu halten. Doch die jüngsten Marktturbulenzen – darunter Insolvenzen großer Sortieranlagen und eine sinkende Materialqualität – zwingen nun zum Umdenken.
Künftig können Bürger Textilien nur noch an festgelegten Stellen abgeben, etwa am Recyclinghof Kaltennordheim in der In der Aue 20. Einige Container in Meiningen, Zella-Mehlis und Teilen des Hohen Rhön-Gebiets wurden bereits entfernt. Zudem prüft der Landkreis weitere Lösungen für den Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön.
Angenommen werden saubere, tragbare Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher sowie Accessoires wie Taschen, Gürtel oder Schals. Stark verschmutzte oder beschädigte Textilien, Teppiche, Matratzen und Nicht-Textilabfälle werden hingegen nicht mehr entgegengenommen. Die Bürger wurden darauf hingewiesen, keine Säcke oder Müll neben den Containern abzulegen, da dies die Verunreinigung verstärkt.
Während die allgemeinen Insolvenzzahlen in Deutschland schwanken – sie stiegen von 120.239 Fällen im Jahr 2021 auf 131.005 im Jahr 2025 – gibt es keine spezifischen Daten zu großen Textilsortieranlagen. Einzelne Fälle wie die Pleite des Textilherstellers Eterna sind bekannt, doch übergreifende Trends bleiben unklar.
Ziel des neuen Systems ist es, die Qualität der gesammelten Materialien zu verbessern und Verunreinigungen zu reduzieren. Durch die Zentralisierung der Annahmestellen will sich der Landkreis an die veränderten Rahmenbedingungen im Recyclingsektor anpassen. Die Bürger müssen nun strengere Richtlinien beachten, was gespendet werden darf – und was nicht.






