Leipzig startet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für klimaneutrale Wärmeversorgung
Claudia FischerLeipzig startet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für klimaneutrale Wärmeversorgung
Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk geht in Leipzig in Betrieb
Das größte Solarwärmekraftwerk Deutschlands hat in Leipzig den Betrieb aufgenommen. Die Anlage wurde offiziell von Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter ans Netz angeschlossen. Sie ist ein zentraler Baustein der Stadtstrategie, die Wärmeversorgung für die 630.000 Einwohner klimaneutral zu gestalten.
Das Kraftwerk erstreckt sich über 14 Hektar und umfasst 13.200 Solarkollektoren. Diese nutzen Vakuumröhrentechnologie des Herstellers Ritter sowie eine intelligente Steuerung, die sich automatisch dem Sonnenstand anpasst. Mit einer Spitzenleistung von 41 Megawatt kann die Anlage Haushalte in der Region mit Warmwasser und Heizwärme versorgen.
Das Projekt erforderte Investitionen in Höhe von rund 40 Millionen Euro, wobei etwa 16 Millionen Euro aus Bundesfördermitteln und anderen Finanzquellen stammten. Im Sommer soll die Anlage etwa ein Fünftel des Leipziger Wärmebedarfs decken.
Solarthermie zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus, der je nach Kollektortyp und Ausrichtung bis zu 75 Prozent erreichen kann. Pro Hektar lässt sich damit etwa dreimal mehr Energie gewinnen als mit Photovoltaik – was die Technologie zu einer kostengünstigen Lösung für die großflächige Wärmeerzeugung macht.
Leipzig plant, sein grünes Fernwärmenetz weiter auszubauen. Geplant sind unter anderem ein „Power-to-Heat“-System sowie die Einspeisung von Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna in das Netz. Diese Projekte sollen helfen, die verbleibende Versorgungslücke zu schließen.
Die neue Anlage markiert einen wichtigen Schritt in Leipzigs Bestrebungen, die Wärmeversorgung nachhaltig zu gestalten. Die Solarthermie-Kapazitäten in Deutschland sind in den vergangenen Jahren jedoch zurückgegangen – von 500 Megawatt im Jahr 2022 auf nur noch 154 Megawatt 2024. Das Leipziger Projekt zeigt nun das Potenzial der Technologie auf, um die städtische Wärmewende voranzutreiben.






