22 March 2026, 06:09

Massiver Apotheken-Protest in MV: Hunderte schließen am Montag ihre Türen

Plakat zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner für dieselben Medikamente zwei bis drei Mal so viel berechnet hat wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

80 Prozent der MV Apotheken am Montag geschlossen - Massiver Apotheken-Protest in MV: Hunderte schließen am Montag ihre Türen

Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern schließen am Montag im Rahmen eines bundesweiten Protests

Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern bleiben an diesem Montag geschlossen – als Teil einer bundesweiten Protestaktion. Der Schritt folgt auf Jahre stagnierender Erstattungssätze, die bei vielen Apothekern Frust über ausbleibende finanzielle Anpassungen ausgelöst haben. Patienten werden aufgefordert, nicht dringende Besuche nach Möglichkeit bis Dienstag zu verschieben.

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Der für den 23. März 2026 geplante Protest wird dazu führen, dass über 80 Prozent der Apotheken in der Region für einen Tag ihre Türen schließen – sofern sie nicht im Notdienst tätig sind. Bei rund 350 Apotheken, die Ende 2024 in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb waren, wird die Schließung die meisten Bürger treffen, die Routinerezepte oder Beratung benötigen.

Die Apotheker fordern von der Bundesregierung eine pauschale Erhöhung der festen Vergütung (Fixum) pro Medikament. Sie argumentieren, dass die Erstattungssätze seit 2013 unverändert geblieben seien, obwohl die Kosten für Personal, Mieten und Materialien stetig gestiegen seien. Die Krankenkassen lehnen den Vorschlag jedoch ab und schlagen stattdessen ein System vor, in dem die Bezahlung von den Umsätzen der Apotheken und regionalen Faktoren abhängt.

Der Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern erwartet, dass sich mehrere hundert Menschen aus der Region einer größeren Demonstration in Berlin anschließen werden. Ihre zentrale Botschaft ist klar: Die Regierungskoalition muss ihr Versprechen einlösen und die Gebühren ohne weitere Verzögerung anpassen. Zwar bleiben Notdienste aufrechterhalten, doch der Protest unterstreicht die wichtige Rolle der Apotheken als dezentrale Arzneimittelreserve Deutschlands.

Patienten, die dringend Medikamente benötigen, werden darauf hingewiesen, vorab die örtlichen Notdienstlisten zu prüfen.

Der eintägige Streik soll sofortige Änderungen bei der Finanzierung der Apotheken erzwingen. Da die Erstattungssätze seit über einem Jahrzehnt nicht angepasst wurden, macht der Protest den wachsenden finanziellen Druck auf die Branche deutlich. Notdienste laufen weiter, doch der reguläre Zugang zu Apotheken bleibt bis Dienstag eingeschränkt.

Quelle