Rheinland-Pfalz setzt auf fischfreundliche Wasserkraft für die Energiewende
Claudia FischerRheinland-Pfalz setzt auf fischfreundliche Wasserkraft für die Energiewende
Rheinland-Pfalz treibt innovatives Wasserkraftprojekt voran, um Ökostromausbau zu beschleunigen
Das Bundesland hat im Rhein bei Sankt Goar drei Energyfish-Turbinen installiert – bis zu 124 weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. Die kompakte, fischfreundliche Technologie soll die ehrgeizigen Klimaziele der Region vorantreiben, ohne die Flusökosysteme zu beeinträchtigen.
Anders als klassische Wasserkraftwerke liegen die Energyfish-Anlagen unauffällig in Flüssen oder Kanälen, arbeiten geräuschlos und blockieren keine Fischwanderrouten. Jede Turbine erzeugt jährlich rund 15 Megawattstunden Strom – selbst bei niedrigen Wasserständen, wenn auch mit reduzierter Effizienz. Ein Verbund von 100 Turbinen könnte 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern, genug für 450 deutsche Haushalte.
Die robusten Anlagen sind für extreme Bedingungen ausgelegt: Sie widerstehen Eisgang und Hochwasser. Drei Turbinen laufen bereits in einem Rhein-Nebenarm, 21 weitere sollen bald folgen. Ähnliche Pilotprojekte wurden an anderen deutschen Flüssen wie Mosel, Weser und Elbe getestet – ein Zeichen für das Potenzial einer europäischen Ausweitung.
Rheinland-Pfalz gilt als Vorreiter der Energiewende: 64 Prozent des Stroms stammen bereits aus Erneuerbaren. Wasserkraft trägt bundesweit etwa drei Prozent zur Stromerzeugung bei. Das Land strebt Klimaneutralität im öffentlichen Sektor bis 2030 und vollständige Neutralität spätestens 2040 an.
Der Ausbau der Energyfish-Turbinen passt in die erneuerbare Strategie des Landes. Bei vollständiger Umsetzung könnten die 124 geplanten Anlagen die regionale Wasserkraft deutlich steigern. Das Projekt setzt zudem Maßstäbe für nachhaltige Flussenergie-Lösungen in anderen Regionen.






