Südekum fordert höhere Steuern für Spitzenverdiener zur Finanzierung der Reform
Mila KleinSüdekum fordert höhere Steuern für Spitzenverdiener zur Finanzierung der Reform
Der Ökonom Jens Südekum hat sich zur geplanten Einkommensteuerreform in Deutschland geäußert und betont, dass höhere Steuern für Spitzenverdiener unvermeidbar seien. Ohne solche Maßnahmen lasse sich die Reform seiner Ansicht nach nicht finanzieren, ohne entweder wichtige öffentliche Leistungen zu kürzen oder die Staatsdefizite zu erhöhen.
Südekum wies die Behauptung zurück, eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen treffe Einzelunternehmer und Personengesellschaften unangemessen hart. Diese Unternehmen hätten bereits jetzt die Möglichkeit, sich im Rahmen des bestehenden "Optionsmodells" wie Kapitalgesellschaften besteuern zu lassen, erklärte er. Damit entfalle jede Rechtfertigung, sie von höheren Steuersätzen auszunehmen.
Auch die Idee, Steuerausfälle durch den Abbau von Subventionen oder Verwaltungskosten auszugleichen, lehnte der Wirtschaftswissenschaftler ab. Solche Kürzungen allein würden nach seinen Worten nicht genug Einnahmen bringen, um die Senkung der Einkommensteuer für Gering- und Mittelverdiener zu finanzieren. Stattdessen schlug er vor, sowohl die Spitzensteuersätze als auch die Vermögenssteuern zu erhöhen – ein realistischer Weg, um die Reform zu stemmen.
Südekum warnte zudem, dass eine Senkung der Einkommensteuer in den unteren Tarifstufen die Staatseinnahmen schmälern werde. Zugleich kritisierte er vage Forderungen nach Sparmaßnahmen: Einsparungen müssten konkret benannt werden, statt als abstrakte Postulate zu bleiben. Bisher seien jedoch keine greifbaren zusätzlichen Sparvorschläge unterbreitet worden, so der Ökonom.
Südekums Position unterstreicht eine zentrale Herausforderung der Reform: die Balance zwischen Steuerentlastungen für niedrige Einkommen und der Notwendigkeit stabiler Staatsfinanzen. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Mehrbelastung der Wohlhabendsten als tragfähigste Lösung zur Finanzierung der geplanten Änderungen zu etablieren.






