Tierparks in Deutschland kämpfen mit explodierenden Energiekosten und suchen nach Lösungen
Clara BraunTierparks in Deutschland kämpfen mit explodierenden Energiekosten und suchen nach Lösungen
Tierparks und Wildparks in ganz Deutschland kämpfen mit wachsender finanzieller Belastung, da die Energiekosten weiter steigen. Einige Einrichtungen mussten bereits Tiere abgeben, um Kosten zu sparen, während andere in erneuerbare Energien investieren, um über die Runden zu kommen. Die Auswirkungen sind unterschiedlich – doch eines ist klar: Die Energiekosten fressen mittlerweile einen deutlich größeren Teil der Budgets als noch vor der Krise.
Im Wildpark Essehof machen die Energiekosten inzwischen 6 bis 8 Prozent der Gesamtausgaben aus. Der Park bleibt dank einer Biomasse-Heizanlage jedoch vergleichsweise unabhängig. Der Wildpark Stöckheim gibt rund 2,5 Prozent seines Budgets für Energie aus – ein kleinerer, aber dennoch spürbarer Posten.
Der Zoo Braunschweig hat bereits Maßnahmen ergriffen, um sich von externen Energiequellen unabhängiger zu machen. Betrieben wird unter anderem eine 80-kW-Photovoltaikanlage sowie kleinere Solaranlagen, die die eigenen Einrichtungen mit Strom versorgen. Geplant sind nun der Ausbau um weitere 12 kW Solarleistung sowie die Installation eines 10-kW-Batteriespeichers. Zudem setzt der Zoo auf eine vielfältige Wärmeversorgung: Ein Blockheizkraftwerk, eine Holzvergasungsanlage und ein Pelletkessel ergänzen die Energiegewinnung. Trotz steigender Kosten schließen die Verantwortlichen eine Abgabe von Tieren oder eine Verringerung des Tierbestands jedoch aus.
Das Artenschutzzentrum Grasleben setzt auf Solarstrom, um die finanzielle Last zu mindern. Photovoltaikmodule decken mittlerweile einen Teil des Energiebedarfs – insbesondere für Gehege, in denen wärmeliebende Arten untergebracht sind.
Der Umstieg auf erneuerbare Energien hilft einigen Parks, die höheren Kosten zu stemmen, doch nicht alle Einrichtungen haben dieselben Möglichkeiten. Während der Zoo Braunschweig und das Artenschutzzentrum Grasleben ihren Ökostrom-Ausbau vorantreiben, mussten andere bereits schmerzhafte Entscheidungen treffen. Wie sich die Lage langfristig entwickelt, hängt davon ab, wie sich die Energiepreise weiterentwickeln und ob zusätzliche Sparmaßnahmen nötig werden.






