UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Widerstand wächst
Mila KleinUniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Widerstand wächst
UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für die Commerzbank
Die UniCredit hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorgelegt. Das Angebot bewertet jede Commerzbank-Aktie mit 30,80 Euro und sieht vor, 0,485 UniCredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie zu tauschen. Der Schritt hat bei wichtigen Interessengruppen starke Reaktionen ausgelöst.
Der Aktienkurs der Commerzbank stieg im vergangenen Jahr um 64 Prozent – angetrieben durch Spekulationen über eine mögliche Übernahme. Anleger setzten auf die wirtschaftliche Erholung und das wachsende Interesse der UniCredit, was die Marktperformance der Bank deutlich steigerte. Das offizielle Angebot erfolgte im Mai 2024 und bestätigte damit frühere Gerüchte.
Das Angebot von UniCredit-Chef Andrea Orcel wird weithin als taktischer Zug gewertet, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen. Doch der Widerstand formierte sich schnell: Die deutsche Bundesregierung, die Gewerkschaft Verdi sowie der Betriebsrat der Commerzbank lehnten den geplanten Deal entschieden ab.
Unterdessen sendet der Gesamtmarkt gemischte Signale. Der DAX notiert weiterhin unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, mit einer wichtigen Unterstützungsmarke bei rund 22.900 Punkten. Analysten zufolge wäre für eine Erholung die Rückeroberung der 24.000-Punkte-Marke notwendig. Die Branchenperformance fällt unterschiedlich aus: Bayer und Siemens Energy verzeichneten dank positiver Nachrichten Kursgewinne, während steigende Ölpreise zyklische Werte sowie Reiseunternehmen wie Lufthansa und TUI belasteten.
Das 35-Milliarden-Angebot bringt die Commerzbank in eine schwierige Lage – unter Druck durch die UniCredit, während zentrale Gegner den Deal ablehnen. Marktbeobachter warten nun auf die offizielle Stellungnahme der Commerzbank. Das Ergebnis könnte die deutsche Bankenlandschaft neu ordnen und die Entwicklung des DAX in den kommenden Wochen prägen.