09 May 2026, 12:06

Wanderausstellung in Halle zeigt: Warum Medizin geschlechtergerecht sein muss

Plakat mit der Aufschrift "Restrooms sind genderneutral" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletten.

Wanderausstellung in Halle zeigt: Warum Medizin geschlechtergerecht sein muss

Neue Wanderausstellung zu geschlechtergerechter Medizin in Halle eröffnet

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An der Universitätsmedizin Halle ist eine neue Wanderausstellung zur geschlechter- und genderbewussten Medizin zu sehen. Vom 12. bis 28. Mai kann die Veranstaltung kostenlos besucht werden und soll aktuelle Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Organisatorinnen erhoffen sich damit lebendige Diskussionen und Impulse für Verbesserungen in der medizinischen Praxis, Wissenschaft und Lehre.

Die Ausstellung wurde vom Deutschen Ärztinnenbund und der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin initiiert. Unterstützung erhält sie zudem von der Margarete-Ammon-Stiftung, die sich für mehr Gleichberechtigung in der Medizin einsetzt.

Besucher:innen können sich an zwölf detaillierten Postern über zentrale Unterschiede zwischen den biologischen Geschlechtern in Gesundheit und Behandlung informieren. Thematisch reicht die Bandbreite von der unterschiedlichen Wirkung von Medikamenten bei Männern und Frauen bis hin zu variierenden Nebenwirkungen. Besonders beleuchtet werden auch Erkrankungen wie Osteoporose, Herzinfarkte und Gefäßkrankheiten, bei denen Symptome und Risiken oft geschlechtsspezifisch ausgeprägt sind.

Doch die Ausstellung geht über die körperliche Gesundheit hinaus: Sie widmet sich auch psychischen Erkrankungen wie Depressionen und ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Erschöpfungssyndrom) sowie strukturellen Fragen – etwa der Unterrepräsentanz von Frauen in der medizinischen Forschung, Lehre und in Führungspositionen.

Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, betonte die Bedeutung dieses Ansatzes. Eine auf Geschlecht und Gender abgestimmte Behandlung führe zu besseren Ergebnissen für alle Patient:innen, so Kielstein.

Bis zum 28. Mai bleibt die Ausstellung geöffnet und bietet Interessierten die Möglichkeit, sich über oft vernachlässigte Unterschiede in der medizinischen Versorgung zu informieren. Durch die anschauliche Aufbereitung der Forschungsergebnisse wollen die Veranstalter:innen die Verbreitung geschlechtersensibler Praktiken im Gesundheitswesen vorantreiben.

Quelle