Weißstörche in Hessen: Nester auf Strommasten und Gleisen sorgen für Sicherheitsrisiken
Clara BraunWeißstörche in Hessen: Nester auf Strommasten und Gleisen sorgen für Sicherheitsrisiken
Weißstörche kehren in wachsender Zahl nach Hessen zurück – doch ihre Nistgewohnheiten sorgen für Probleme bei Energie- und Bahnbetreibern. Die Vögel bauen zunehmend ihre Nester auf Strommasten und Bahnanlagen, was zu Sicherheitsrisiken und Betriebsstörungen führt. Unternehmen und Naturschutzbehörden arbeiten nun gemeinsam an Lösungen.
Der steigende Weißstorchbestand in Hessen führt dazu, dass vermehrt Nester auf Strommasten und Bahninfrastruktur entstehen. Besonders betroffen ist Südhessen, darunter die Landkreise Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg und Main-Kinzig. Im Kinzigtal und entlang der Bahnstrecke Gießen–Wetzlar stellen Störche, die auf Gleisen oder Oberleitungen nisten, eine Gefahr für die Vögel selbst und den Zugverkehr dar.
Nester auf Strommasten bergen erhebliche Risiken. Ein Storchhorst kann mehrere hundert Kilogramm wiegen, Masten destabilisieren und Stromausfälle verursachen. Stromschläge und Kollisionen enden für die Tiere oft tödlich, während brennbares Nistmaterial Brände auslösen kann. Energieversorger entfernen die Nester und bringen Abschreckungsvorrichtungen an – allerdings nur außerhalb der Brutzeit, es sei denn, es besteht akute Gefahr.
Um die Störche fernzuhalten, werden windbetriebene Abschreckungsgeräte an den Masten montiert. Damit sie wirken, müssen sie groß und mit langen Stielen ausgestattet sein. Gleichzeitig stellen die Unternehmen alternative Nistplätze in sicherer Entfernung zu kritischer Infrastruktur bereit. Alle Maßnahmen werden mit den Naturschutzbehörden abgestimmt, die auch die Entfernung von Nestern genehmigen müssen.
Auch die Deutsche Bahn setzt auf Vorsorge. Der Bahnkonzern kombiniert technische Schutzmaßnahmen mit enger Zusammenarbeit mit Artenschutzbehörden. Nester in der Nähe von Gleisen werden nur nach Rücksprache beseitigt, um die Störche möglichst wenig zu beeinträchtigen und gleichzeitig die Sicherheit des Bahnverkehrs zu gewährleisten.
Der wachsende Storchbestand in Hessen erfordert eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Infrastrukturunternehmen und Naturschützern. Alternative Nistmöglichkeiten und Abschreckungsmaßnahmen sollen sowohl die Vögel als auch die Versorgungssicherheit schützen. Ohne Gegenmaßnahmen werden die Risiken von Stromausfällen, Unfällen und Gefahren für die Störche weiter steigen.






