08 May 2026, 06:06

Zoll deckt massive Verstöße bei Paketzustellern auf – Mindestlohn unterlaufen

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, einer für die Kurierrouten und einer für die Carrier-Standorte, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Zoll deckt massive Verstöße bei Paketzustellern auf – Mindestlohn unterlaufen

Deutsche Zollbeamte haben bei einer großangelegten Kontrolle schwerwiegende Rechtsverstöße im Paketzustellsektor aufgedeckt. Über 2.900 Mitarbeiter prüften landesweit Kurierdienste und deckten dabei Mängel bei Löhnen, Verträgen und Arbeitsbedingungen auf. Die Ergebnisse lösten Forderungen nach strengeren Vorschriften in einer Branche aus, die vom Boom des Online-Handels profitiert.

Die Kontrollen richteten sich gezielt gegen Zustelldienste im Rahmen einer bundesweiten Razzia. Viele Fahrer, die über Subunternehmer beschäftigt werden, arbeiteten demnach unbezahlt Überstunden und verdienten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro. Einige besaßen nicht einmal eigene Fahrzeuge, sondern mieteten sie zu hohen Kosten von ihren Arbeitgebern an.

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In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis entdeckt. Zudem stellten die Ermittler fest, dass zahlreiche Fahrer ihre tatsächliche Beschäftigungssituation unter den Subunternehmer-Verträgen nicht kannten. Die Gewerkschaft Verdi fordert nun ein vollständiges Verbot von Subunternehmern in der Branche.

Der Branchenverband BPEX verteidigte das bestehende System und argumentierte, Subunternehmer würden ein nachhaltiges Wachstum ermöglichen. Der Marktführer DHL setzt hingegen im Vergleich zu seinen Konkurrenten weniger auf Subunternehmer.

Die Kontrollen legen systemische Probleme in der deutschen Paketzustellbranche offen. Angesichts des rasanten Wachstums durch den Online-Handel steht die Politik nun unter Druck, Arbeitsgesetze konsequenter durchzusetzen. Die Forderung der Gewerkschaft nach einem Subunternehmer-Verbot spiegelt die wachsende Sorge um die Ausbeutung von Beschäftigten in dem Sektor wider.

Quelle