02 April 2026, 08:07

AfD zerfällt an außenpolitischen Machtkämpfen vor der Wahl 2029

Plakat mit einer Karte der Sowjetunion in Rot und Blau, begleitet von Text und Bildern, die den Konflikt zwischen den beiden Ländern darlegen.

AfD zerfällt an außenpolitischen Machtkämpfen vor der Wahl 2029

Ein erbitterter innerparteilicher Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) auseinander. Zwischen Parteiführung und Mitgliedern gibt es scharfe Konflikte über das Verhältnis zu den USA und Russland, die tiefe Gräben offenbaren. Diese Auseinandersetzungen gefährden nun die politischen Ambitionen der AfD im Vorfeld der Wahlen 2029.

Der Riss wurde öffentlich, als Rüdiger Lucassen, der wehrpolitische Sprecher der AfD, der prorussischen Fraktion um Björn Höcke vorwarf, ihn aus der Partei drängen zu wollen. Lucassens Haltung – er unterstützt die westlichen Bündnisse Deutschlands und bezeichnet Russland als größte Bedrohung für die NATO – hat ihn innerhalb der eigenen Reihen zum Ziel von Angriffen gemacht.

Unterdessen widersprach Maximilian Krah, AfD-Bundestagsabgeordneter, öffentlich der Forderung von Parteichef Tino Chrupalla nach einem Abzug der US-Truppen aus Deutschland. Krah argumentierte, das Land brauche "starke Partner" – eine direkte Gegenposition zur Skepsis der Parteiführung gegenüber dem Bündnis mit den USA. Diese Haltung entspricht einer breiteren Strömung in der AfD, die engere Beziehungen zu den USA für unverzichtbar hält, während andere auf Distanz drängen.

Die schwankende Außenpolitik der Partei verschärft die Krise zusätzlich. Anfangs an Russland und Wladimir Putin angelehnt, orientierte sich die AfD später an Donald Trump, um sich danach wieder abzugrenzen. Interne Dokumente zeigen, dass es trotz vager Erwähnungen einer "Ausrichtung an der westlichen Zivilisation" in einem Bundestagsprotokoll keine konkreten Schritte zur Zusammenarbeit mit den USA gibt. Stattdessen liegt der Fokus auf taktischen Manövern im EU-Parlament und innenpolitischen Themen wie der Rückholung der deutschen Goldreserven aus den USA.

Die harte Innenpolitik der AfD, darunter Martin Sellners umstrittene "Remigrations"-Pläne, hat die Partei weiter isoliert. Krah warnt, dass diese Positionen – kombiniert mit der Ablehnung des US-Bündnisses – den von anderen Parteien verhängten cordon sanitaire verfestigen könnten. Diese politische Quarantäne droht der AfD selbst bei guten Wahlergebnissen 2029 den Zugang zur Regierungsbeteiligung zu verwehren.

Sogar Versuche, Unterstützung für die USA zu zeigen, wurden unterdrückt. Der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck verfasste während des Iran-Konflikts eine pramerikanische Pressemitteilung, doch Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla blockierten deren Veröffentlichung. Chrupalla fühlt sich Berichten zufolge in seiner USA-kritischen Haltung bestätigt – was die innerparteilichen Spannungen weiter vertieft.

Die außenpolitischen Machtkämpfe der AfD offenbaren eine zerrissene Partei. Die widersprüchlichen Positionen zu den USA und Russland, verbunden mit radikalen innenpolitischen Forderungen, haben den politischen Widerstand gegen die AfD gestärkt. Ohne eine Lösung dieser Konflikte könnte die Partei 2029 selbst bei hohen Wählerstimmen an der Machtbeteiligung gehindert werden.

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