18 March 2026, 18:08

Agravis setzt auf Süddeutschland – trotz sinkender Marktanteile und schwankender Düngemittelpreise

Ein verblichener Dokumenttitel 'Surgensburg, Deutschland - Landschaft einer Farm', der eine ländliche Szene mit einem Bauernhof, Feldern, Häusern, Bäumen und einem Himmel zeigt.

Agravis setzt auf Süddeutschland – trotz sinkender Marktanteile und schwankender Düngemittelpreise

Agravis Raiffeisen AG, Deutschlands zweitgrößter Agrarhändler, hat für sein letztes Geschäftsjahr nahezu stabile Umsätze gemeldet. Das Unternehmen erzielte 8,4 Milliarden Euro – ein leichter Rückgang gegenüber 8,5 Milliarden Euro im Jahr 2024. Gleichzeitig dringt es in Süddeutschland vor und setzt auf Wachstum in Bayern und Baden-Württemberg.

Bisher konzentrierte sich Agravis traditionell auf Regionen von den Niederlanden bis nach Polen, mit einem starken Standbein in Nordwest- und Ostdeutschland. In den vergangenen fünf Jahren ist sein Marktanteil im deutschen Agrarhandel jedoch von 18 auf 16 Prozent gesunken. Der Konkurrent BayWa AG baute seine Position auf 22 Prozent aus, während die Raiffeisen Waren GmbH bei 14 Prozent blieb. Agravis verzeichnete jährliche Umsatzrückgänge von 5 bis 7 Prozent, getrieben durch schwankende Düngemittelpreise und zunehmenden Wettbewerb – obwohl die Branche insgesamt um 3 Prozent wuchs.

Trotz dieser Herausforderungen steigerte das Unternehmen seinen Gewinn vor Steuern von 65 Millionen auf 70,1 Millionen Euro im Jahresvergleich. Nun expandiert Agravis in den Süden Deutschlands – allerdings nicht unter eigenem Namen. Stattdessen wird es als Partner lokaler Genossenschaften agieren und auf eine direkte Markenpräsenz in der Region verzichten.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Marktführer BayWa AG mit Umstrukturierungen und hoher Verschuldung kämpft. Dessen Umsatz sank in den ersten neun Monaten 2025 auf 9,6 Milliarden Euro, was Wettbewerbern wie Agravis Spielraum eröffnet.

Agravis passt seine Strategie an, um Marktverluste auszugleichen und von BayWas Schwächen zu profitieren. Durch die Zusammenarbeit mit Genossenschaften in Süddeutschland will das Unternehmen wachsen, ohne hohe Kosten für Markenaufbau zu tragen. Die Gewinnsteigerung deutet auf einen vorsichtigen, aber entschlossenen Kurs hin, um verlorenes Terrain zurückzugewinnen.

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