Berliner Wahlkampf im Schatten von Messerangriffen und Schusswaffengewalt
Claudia FischerBerliner Wahlkampf im Schatten von Messerangriffen und Schusswaffengewalt
Messattacken und Schusswaffengewalt belasten Berlin vor der Wahl
Messattacken und waffenbezogene Gewalt sind zu zentralen Themen im Berliner Wahlkampf geworden. Die rechtspopulistische AfD rückt die Problematik gezielt in den Fokus und wirft der Regierung vor, die steigende Zahl von Angriffen nicht in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig zeigen Polizeidaten einen deutlichen Anstieg von Straftaten mit Schusswaffen und Messern im vergangenen Jahr.
Laut Berliner Polizei gab es 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von den 1.906 ermittelten Tatverdächtigen waren 56 Prozent ausländische Staatsbürger. Die AfD nutzt diese Zahlen für ihre Kampagne und veröffentlichte eine interaktive "Messer-App", die Angriffe, Verletzungen und Tatorte der letzten 30 Tage kartografiert. Parteichefin Kristin Brinker warf der regierenden Koalition vor, das wahre Ausmaß der Gewalt zu verschleiern, und betonte, die Angst in der Bevölkerung sei spürbar gestiegen.
Zudem veröffentlichte die AfD eine eigene Übersicht zu polizeilich erfassten Messerangriffen und behauptet, die offiziellen Kriminalstatistiken würden das Problem unterschätzen. Der innenpolitische Sprecher Thorsten Weiß kritisierte, dass Berlin als eines der wenigen Bundesländer die Nationalitäten von Tatverdächtigen nicht veröffentlicht. Die Partei fordert mehr Transparenz, um die Gewalt wirksamer bekämpfen zu können.
Die Linke wirft der AfD hingegen vor, gezielt Ängste zu schüren und Kriminalstatistiken für hetzerische Kampagnen gegen Migranten zu instrumentalisieren. Unterdessen haben die Behörden reagiert: Polizei und Staatsanwaltschaft richteten Sonderkommissionen ein, und in drei Stadtgebieten wurden Waffenverbotszonen eingerichtet. Dort sank die Zahl der Messerdelikte um bis zu 45 Prozent.
Auch die Schusswaffengewalt nahm dramatisch zu: 2025 verzeichnete die Polizei 1.119 waffenbezogene Straftaten – ein Anstieg um 68 Prozent. Daten zu Verurteilungen nach Messerangriffen sind jedoch begrenzt. Ein viel beachteter Fall war die Verurteilung eines 20-jährigen Syrers zu 13 Jahren Haft im Februar 2025, der einen islamistisch motivierten Messerangriff am Holocaust-Mahnmal verübt hatte.
Die AfD erhöht weiterhin den Druck auf die Berliner Regierung, mehr Transparenz bei Gewaltverbrechen – insbesondere Messerangriffen – zu schaffen. Zwar zeigen die Maßnahmen in den Waffenverbotszonen erste Erfolge, doch insgesamt steigen die Straftaten mit Messern und Schusswaffen weiter an. Die Debatte um Kriminalstatistiken und öffentliche Sicherheit ist damit zu einem der zentralen Wahlkampfthemen geworden.






