Deutsche Wirtschaft rutscht in die längste Schwächephase seit Jahrzehnten
Claudia FischerDeutsche Wirtschaft rutscht in die längste Schwächephase seit Jahrzehnten
Die Wirtschaftslage Deutschlands hat sich nach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes deutlich eingetrübt. In ihrer aktuellen gemeinsamen Prognose, die am Mittwoch veröffentlicht wird, senken sie die Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre drastisch. Die Korrektur spiegelt anhaltende Rezessionsrisiken, geopolitische Spannungen und eine schwache Nachfrage wider.
Noch in ihrer vorherigen Vorhersage waren die Institute von einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent für 2023 und 1,4 Prozent für 2027 ausgegangen. Nun erwarten sie für dieses Jahr nur noch ein Plus von 0,6 Prozent. Die Aussichten für 2024 haben sich sogar noch weiter verschlechtert: Hier wird nun ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent prognostiziert.
Auch für 2025 wurden die Wachstumsprognosen nach unten korrigiert – von zuvor rund 1,3 Prozent auf nunmehr 0,2 bis 0,6 Prozent. Bis 2027 rechnen die Experten nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von etwa 1 Prozent. Hauptgründe für diese Anpassungen sind die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Iran sowie der starke Anstieg der Öl- und Gaspreise.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hinkt die deutsche Wirtschaft hinterher. Während die Eurozone nur eine leichte Stagnation zeigt – für das vierte Quartal 2025 wird ein Anstieg von 0,2 Prozent im Vorquartalsvergleich erwartet –, erholen sich andere Industrienationen deutlich kräftiger.
Die überarbeiteten Prognosen unterstreichen eine länger anhaltende Phase schwachen Wachstums für Deutschland. Angesichts von Rezessionsdruck, hohen Energiekosten und geopolitischer Instabilität deuten die aktuellen Berechnungen der Institute auf eine deutlich schwächere Erholung hin als bisher angenommen. Der vollständige Bericht wird am Mittwoch veröffentlicht.






