Mainz 05 plant ein gefiedertes Maskottchen – die Taube wird zum Vereinssymbol
Claudia FischerMainz 05 plant ein gefiedertes Maskottchen – die Taube wird zum Vereinssymbol
Mainz 05 erwägt ein einzigartiges neues Maskottchen – eines mit Federn. Der Verein könnte die Taube bald zu seinem offiziellen Symbol erklären und damit den Fußball mit der heimischen Tierwelt verbinden. Die Idee knüpft an Jahre voller skurriler Verbindungen zwischen dem Team und den städtischen Vögeln der Stadt an.
Der Fan-Kolumnist Christoph Kessel, ein lebenslanger Mainz-Anhänger, hat seine Gedanken zum Vorschlag geteilt. In seinem jüngsten Beitrag für den Merkurist erkundet er, wie der Verein Fußball, Wohltätigkeit und Nachhaltigkeit durch diese ungewöhnliche Partnerschaft vereinen könnte.
Die besondere Beziehung zwischen Mainz 05 und den Tauben begann 2019 mit der Kampagne #RespektTaube, initiiert vom Deutschen Tierschutzbund. Das Projekt sollte das Image der Stadttauben verbessern. Mit Aufklärungsprogrammen, Social-Media-Aktionen und öffentlichen Veranstaltungen gelang es, die Einstellung in ganz Deutschland zu ändern. Bis 2026 hatten Städte wie Berlin und Hamburg Richtlinien für einen tierfreundlicheren Umgang mit den Vögeln eingeführt.
Noch im selben Jahr unterstützte der Verein mit seinen Spielern einen Charity-Kalender für den guten Zweck. Ein prägendes Foto zeigte den damaligen Kapitän Danny Latza, der behutsam eine verletzte Taube hielt. Das Bild wurde zum Symbol der #RespectPigeons-Bewegung und sensibilisierte die Fans für das Thema.
Die Vögel machten erneut Schlagzeilen während eines Spiels gegen Werder Bremen: Als Philipp Mwene einen Hereingabe flankte, spazierte eine Taube aufs Feld und lenkte die Abwehr ab. Paul Nebel nutzte die Verwirrung und traf. Die Taube, unbeeindruckt, trottete nach dem Tor gemächlich davon.
Jetzt lotet der Verein aus, wie sich diese skurrile Verbindung in etwas Bleibendes verwandeln lässt. Geplant ist eine Kooperation mit Stadttaubenhilfe Mainz e.V. zur Finanzierung betreuter Taubenschläge. Falls genehmigt, könnten der "12. Mainzer" – eine Anspielung auf die Fans – und "Team Taube" zu festen Größen in der Stadt werden.
Christoph Kessel, der in seiner Merkurist-Kolumne über Fußball und Nachhaltigkeit schreibt, setzt sich leidenschaftlich für die Idee ein. Der gebürtige Mainzer betreibt zudem den Blog Meenzer on Tour und hat ein Buch über umweltfreundliche Praktiken im Sport veröffentlicht. Seine Unterstützung verleiht der Kampagne zusätzliches Gewicht und verbindet Fankultur mit Aktivismus.
Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, wäre Mainz 05 der erste Bundesliga-Verein mit einem Tauben-Maskottchen. Nachhaltige Projekte wie die betreuten Schläge kämen direkt der städtischen Vogelpopulation zugute. Die Initiative könnte zum Vorbild werden, wie Fußballclubs sich mit heimischer Tierwelt und gemeinnützigen Anliegen engagieren. Die nächsten Schritte des Vereins werden zeigen, ob die Taube vom Platzstörer zum offiziellen Symbol aufsteigt.






