Wirtschaftsberater Truger fordert Notfallplan gegen drohende globale Krise durch Golfkonflikt
Nina MüllerWirtschaftsberater Truger fordert Notfallplan gegen drohende globale Krise durch Golfkonflikt
Deutschlands führender Wirtschaftsberater Achim Truger warnt vor einer möglichen globalen Krise als Folge des jüngsten Golfkonflikts. Als Reaktion schlägt er eine Reihe dringender Maßnahmen vor, um die Wirtschaft vor explodierenden Energiepreisen und Inflation zu schützen. Zu seinen Empfehlungen gehören die Aussetzung von Schuldenregeln, Preisdeckel sowie gezielte Finanzhilfen für besonders betroffene EU-Staaten.
Trugers Vorschläge, veröffentlicht im Magazin Surplus, fordern schnelles Handeln, um eine Inflationsspirale zu verhindern. Er regt an, die im Zuge der Energiekrise 2022 eingeführten Preisbremsen für Gas, Öl und Strom wiederzubeleben. Zur Finanzierung dieser Schritte sollten Regierungen die Schuldenbremse vorübergehend außer Kraft setzen und Notfallklauseln für zeitlich befristete Hilfen nutzen.
Zudem plädiert Truger für einen steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsbonus, um Haushalte zu entlasten, ohne die Staatsverschuldung weiter zu erhöhen. Die Europäische Zentralbank solle auf unnötige Zinserhöhungen verzichten und stattdessen ein umfassendes wirtschaftspolitisches Paket schnüren.
Um eine Lohn-Preis-Spirale zu vermeiden, setzt er auf die Zusammenarbeit von Regierungen und Sozialpartnern. Für EU-Mitglieder mit schwächerer Haushaltslage schlägt er gemeinsame Unterstützungsmechanismen vor. Sein Plan zieht Parallelen zu vergangenen Krisen: Während der Energieschock 2022 noch eine engere EU-Koordination ermöglichte, waren die Reaktionen auf die Ölkrise der 1970er-Jahre noch zersplittert.
Trugers Konzept zielt darauf ab, die Preise zu stabilisieren und gefährdete Volkswirtschaften vor den Folgen des Golfkonflikts zu schützen. Würden die Maßnahmen umgesetzt, könnten sie eine Wiederholung früherer Inflationsschocks verhindern und eine geschlossenere EU-Antwort sicherstellen. Im Mittelpunkt stehen kurzfristige Entlastung und langfristige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit.






