17 March 2026, 20:06

Hamburgs Kreuzfahrtboom: Mehr Passagiere, mehr Schiffe – doch die Umwelt leidet weiter

Großes Kreuzfahrtschiff in der Nähe einer Stadt mit einer Brücke links, Fahrzeugen auf der Straße und Gebäuden und Bäumen im Hintergrund.

Hamburg bleibt Deutschlands größter Kreuzfahrthafen - Hamburgs Kreuzfahrtboom: Mehr Passagiere, mehr Schiffe – doch die Umwelt leidet weiter

Hamburg hat seine Position als Deutschlands führender Kreuzfahrthafen weiter gefestigt: Im vergangenen Jahr wurden rund 1,4 Millionen Passagiere abgefertigt, zudem registrierte die Stadt 295 Schiffsanläufe – ein stetiger Anstieg der Aktivität. Doch trotz des Wachstums warnen Umweltschützer, dass die Branche nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig bleibt.

Die Passagierzahlen stiegen spürbar an: Gegenüber 2022 nutzten etwa 100.000 mehr Reisende den Hafen. Insgesamt legten 46 verschiedene Kreuzfahrtschiffe an, darunter drei Jungfernfahrten. Für 2024 rechnen die Verantwortlichen mit 331 Anläufen – ein weiterer Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr.

Bei der Reduzierung von Emissionen gab es Fortschritte, insbesondere durch Landstromversorgung. 2023 schlossen 162 Schiffe während der Liegezeit ihre Systeme an das Stromnetz an – ein Anstieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wurden 71 Prozent aller infrage kommenden Anläufe abgedeckt, sodass die Schiffe ihre Motoren abstellen konnten. Bis 2024 sollen alle drei Hamburger Kreuzfahrtterminals über Landstrom verfügen und die EU-Vorgaben damit vier Jahre vor der Frist erfüllen.

Auch der mit Kreuzfahrten verbundene Tourismus wächst: Mittlerweile bleiben 38 Prozent der Passagiere mindestens eine Nacht vor oder nach ihrer Reise in Hamburg – doppelt so viele wie noch 2016. Im Schnitt gibt jeder Besucher etwa 133,59 Euro vor Ort aus.

Dennoch bleibt der NABU (Naturschutzbund Deutschland) skeptisch. Die Organisation setzt sich seit 2011 für umweltfreundlichere Kreuzfahrtbetriebe ein und begrüßt zwar die Ausweitung der Landstromnutzung als Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig betont sie jedoch, dass die Branche nach wie vor fast vollständig auf fossile Brennstoffe angewiesen ist – ohne nennenswerte Fortschritte bei diesem zentralen Problem. Der NABU kündigte an, die Entwicklungen weiter genau zu beobachten und drängt auf weitere ökologische Verbesserungen.

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Hamburgs Kreuzfahrtsektor verzeichnet weiterhin Wachstum: Die Passagierzahlen steigen, und 2024 werden noch mehr Schiffe erwartet. Die Nutzung von Landstrom hat die Emissionen während der Liegezeiten gesenkt, während der Übernachtungstourismus die lokale Wirtschaft stärkt. Doch die Umweltbedenken bleiben bestehen, da die Abhängigkeit der Branche von fossilen Energieträgern weitgehend unverändert bleibt.

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