24 March 2026, 14:06

Nurejew-Ballett feiert Comeback in Berlin – doch in Russland bleibt es verboten

Vier junge Balletttänzerinnen in weißen Kleidern tanzen auf einer Bühne mit einer gemalten Kulisse aus Bäumen und Himmel, in Schwarz-Weiß.

Nurejew-Ballett feiert Comeback in Berlin – doch in Russland bleibt es verboten

Nurejew-Ballett sorgt nach Wiederaufführung in Berlin erneut für Schlagzeilen

Das Ballett Nurejew ist in diesem Jahr nach seiner Neuinszenierung in Berlin wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die 1995 uraufgeführte Produktion erzählt die Geschichte des legendären Tänzers Rudolf Nurejew, dessen Leben und künstlerisches Schaffen bis heute inspirieren. Doch während das Stück in Deutschland aktuell gefeiert wird, steht es in Russland auf der Verbotsliste – ein Zeichen für die zunehmende Zensur von LGBTQ+-Themen im Land.

Rudolf Nurejew wurde 1938 als Sohn baschkirisch-tatarischer Eltern während einer Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn in der Nähe des Baikalsees geboren. Seine außergewöhnliche Karriere und sein persönlicher Werdegang bildeten später die Grundlage für ein Ballett, das der in den USA lebende, aus der Ukraine stammende Choreograf Juri Possochow schuf. Die Uraufführung fand 1995 in Berlin statt – im selben Jahr, in dem der Nachlass Nurejews versteigert wurde und weltweit Aufmerksamkeit auf sein Erbe lenkte.

2017 wurde das Ballett am Moskauer Bolschoi-Theater aufgeführt, doch Regisseur Kirill Serebrennikow konnte der Premiere nicht beiwohnen. Damals stand er unter Hausarrest – ein frühes Anzeichen für die wachsenden Einschränkungen der künstlerischen Freiheit in Russland. Kritiker bemängelten, dass der erste Akt von Nurejew zwar mitreißend inszeniert war, der zweite Akt jedoch trotz opulenter Bühnengestaltung an Schwung verlor.

2023 wurde das Ballett in Russland schließlich wegen seiner LGBTQ+-Thematik verboten. Diese Entscheidung fiel in eine Zeit zunehmender politischer Repression unter Präsident Putin, insbesondere nach dem Überfall auf die Ukraine 2022. Westliche Sanktionen – darunter das 17. EU-Paket von 2025 – und die Unterdrückung von Menschenrechten machen queere oder systemkritische Kunst in Russland immer riskanter. Dennoch war die Neuauflage 2023 in Berlin restlos ausverkauft und wurde als Triumph von Kreativität und Freiheit gefeiert.

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Der letzte Akt des Balletts zeigt Nurejews Tod 1993 an den Folgen von Aids – ein berührender Schluss für ein Leben, das von Genie und Widerstandsgeist geprägt war.

Die Wiederaufführung von Nurejew in Berlin unterstreicht die anhaltende Wirkung seines Protagonisten und die Herausforderungen, denen Künstler in repressiven Systemen gegenüberstehen. Während das Ballett im Ausland triumphiert, spiegelt sein Verbot in Russland die tiefer liegenden kulturellen und politischen Spannungen wider. Der Erfolg der Produktion in Deutschland steht somit auch als Symbol für Nurejews Vermächtnis und die Kraft des künstlerischen Widerstands.

Quelle