Lokale Apotheken kämpfen um ihre Zukunft gegen Online-Konkurrenz und ungerechte Regularien
Lokale Apotheken kämpfen um ihre Zukunft gegen Online-Konkurrenz und ungerechte Regularien
Apotheken vor Ort in Deutschland stehen unter wachsendem wirtschaftlichen Druck
Während der Ausbau von Online-Versandapotheken voranschreitet, geraten lokale Apotheken in Deutschland zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Seit 2020 haben industrielle Versandapotheken ihren Marktanteil verdreifacht und halten bundesweit nun 15–20 Prozent. Traditionelle Präsenzapotheken bleiben zwar weiterhin dominant, doch ihr Anteil ist auf 80–85 Prozent geschrumpft.
Bei einem jüngsten Treffen in Langgöns bei Gießen diskutierten Gesundheitsbeamte und Branchenvertreter die anstehenden Herausforderungen. Sie warnten, dass ohne faire Vergütung und angepasste Regularien die Zukunft der lokalen Apothekenversorgung auf dem Spiel stehe.
Die Verschiebung der Marktanteile begann mit der Einführung des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) im Jahr 2020. Online-Apotheken, insbesondere in norddeutschen Regionen wie Hamburg und Niedersachsen, verzeichneten seither ein rasantes Wachstum. In ländlichen Gebieten bleiben Präsenzapotheken jedoch weiterhin die Hauptansprechpartner für Medikamente und Beratung.
Dr. Sonja Optendrenk, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, betonte, dass wirtschaftliche Stabilität entscheidend sei, um den Zugang zur lokalen Gesundheitsversorgung zu sichern. Sie argumentierte, dass eine faire Vergütung die gestiegenen Kosten widerspiegeln müsse, da frühere Anpassungen nicht Schritt gehalten hätten. Optendrenk verband ein funktionierendes Apothekensystem zudem mit demokratischen Werten: Ein verlässlicher Zugang zu Medikamenten sei für die Gesellschaft unverzichtbar.
Dr. Michael Kuck, Vorstandsvorsitzender des Pharma-Großhändlers Noweda, verwies auf die zusätzlichen Leistungen von Apotheken, etwa Impfungen, Diagnostik und die Unterstützung bei medizinischen Hilfsmitteln. Diese Dienstleistungen, so Kuck, böten Patienten einen erheblichen Mehrwert, erforderten jedoch eine bessere finanzielle Absicherung. Er forderte eine Erhöhung der Festbeträge sowie ein Ende der Ungleichbehandlung zwischen Apotheken und Großhändlern, die im Vergleich zu Versandapotheken strengeren Vorschriften unterlägen.
Die Kritik am ApoVWG nimmt unter Apotheken und Bundesländern zu. Hessen etwa setzt sich für eine angepasste Vergütung ein und lehnt Pläne für "apothekerfreie" Apotheken ab. Sowohl Optendrenk als auch Kuck waren sich einig, dass fairer Wettbewerb notwendig sei, um die lokale Gesundheitsversorgung zu erhalten und Patienten eine umfassende Betreuung zu garantieren.
Das Treffen in Langgöns unterstrich den dringenden Handlungsbedarf in der Gesundheitspolitik, um Präsenzapotheken zu stärken. Ohne aktualisierte Vergütungsmodelle und gerechtere Regularien, so die Warnung der Verantwortlichen, könnte die Rolle lokaler Apotheken in der Patientenversorgung weiter schwinden. Die Diskussion machte zudem deutlich, wie wichtig es ist, Wettbewerbsfähigkeit und flächendeckende Gesundheitsversorgung in Deutschland in Einklang zu bringen.
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