PETA deckt grausame Elefanten-Dressur im Wuppertaler Zoo auf – Bullenhaken und Stress in Deutschland

Mila Klein
Mila Klein
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Zwei Elefanten planschen im Wasser eines Zoos, während in der Nähe eine Person Wasser auf sie sprüht, umgeben von Felsen, Pflanzen, einem Zaun, einem Gebäude mit Fenstern, einem Schild und einem Dach mit Deckenleuchten.Mila Klein

PETA deckt grausame Elefanten-Dressur im Wuppertaler Zoo auf – Bullenhaken und Stress in Deutschland

Die Tierrechtsorganisation PETA hat missbräuchliche Praktiken im Wuppertaler Zoo aufgedeckt, wo Elefanten angeblich gezwungen werden, Kunststücke vorzuführen und für Fotos Positur anzunehmen. Videoaufnahmen zeigen, wie Pfleger sogenannte Bullenhaken einsetzen, um die Tiere zu kontrollieren – was bei diesen sichtbar Stress auslöst. Die Organisation fordert nun dringende Maßnahmen, um dem, was sie als systematischen Missbrauch in diesem deutschen Zoo bezeichnet, ein Ende zu bereiten.

PETA äußert zudem Bedenken hinsichtlich des Zuchtprogramms des Zoos, zu dem auch das Elefantenbaby Tuffi gehört. Die Gruppe behauptet, dass die Misshandlung nicht auf Wuppertal beschränkt sei, sondern auch in anderen deutschen Zoos anhalte.

Die von PETA veröffentlichten Aufnahmen zeigen, wie Elefanten im Wuppertaler Zoo auf Kommando ihre Rüssel heben und sogar Besucher auf ihrem Rücken tragen müssen. Berichten zufolge setzen die Pfleger Bullenhaken ein – scharfe Werkzeuge, die Schmerzen verursachen –, um Gehorsam während dieser Vorführungen zu erzwingen. Die Tierschutzorganisation argumentiert, dass solche Methoden bei den Tieren langfristige psychische Schäden hinterlassen.

Der Zoo profitiert zudem von Sonderveranstaltungen, bei denen Elefanten für Nahbegegnungen mit Besuchern zur Schau gestellt werden. PETA wirft der Einrichtung vor, Gewinne über das Wohl der Tiere zu stellen, insbesondere da das Elefantenbaby Tuffi bereits denselben Trainingsmethoden unterzogen werde.

PETA habe die örtlichen Behörden wiederholt auf die Missstände aufmerksam gemacht, doch bisher sei keine Reaktion erfolgt, so die Organisation. Sie fordert nun ein sofortiges Verbot der Zucht und des Imports von Elefanten in Zoos, mit dem Ziel, ihre Haltung in Gefangenschaft schrittweise abzuschaffen. Zudem bestehe sie darauf, dass der Wuppertaler Zoo auf "Protected Contact" umstellt – ein System, bei dem Pfleger und Tiere niemals denselben Raum teilen, um Risiken für beide Seiten zu minimieren.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Wuppertal. Noch 2026 setzen rund zwölf deutsche Zoos, darunter in Hannover, Berlin und München, auf "Direktkontakt"-Methoden. Dies steht im Kontrast zu strengeren Regelungen in anderen europäischen Ländern. Großbritannien hat etwa seit 2012 nach den DEFRA-Richtlinien direkten Kontakt verboten, während die Niederlande über die NVWA-Vorschriften Barrieren vorschreiben. Auch der Wiener Zoo Schönbrunn hat seit 2018 auf freien Kontakt verzichtet und folgt damit EU-Tierschutzrichtlinien, die Sicherheit und artgerechte Haltung betonen.

PETA vertritt die Auffassung, dass keine Form der Gefangenschaft den komplexen Bedürfnissen von Elefanten gerecht werden kann. Die Organisation drängt auf eine grundlegende Reform der Haltungspraxis in Deutschland und fordert die Zoos auf, sichere und ethisch vertretbare Standards zu übernehmen, wie sie in anderen europäischen Ländern bereits gelten.

Der Wuppertaler Zoo steht nun unter Druck, sein aktuelles Elefanten-Management-System zu beenden. PETAs Forderungen umfassen den sofortigen Wechsel zu "Protected Contact" sowie einen langfristigen Plan, um Zucht und Import von Elefanten zu stoppen. Ohne Eingreifen werde der in den Aufnahmen dokumentierte Missbrauch wahrscheinlich in deutschen Zoos weitergehen, warnt die Organisation.

Der Fall wirft zudem ein Schlaglicht auf die Kluft zwischen den deutschen Praktiken und den bereits in weiten Teilen Europas geltenden, strengeren Tierschutzstandards.

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